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Die Menschen wünschen sich Unsterblichkeit, aber wissen nichts anzufangen an einem verregneten Sonntag NachmittagDie Menschen wünschen sich Unsterblichkeit, aber wissen nichts anzufangen an einem verregneten Sonntag Nachmittag

Einzelkind | Sozialmensch
Realist | hoffnungsloser Träumer
Antriebsschwach | Perpetuum Mobile
Einzelkämpfer | Teamplayer
Humorvoll | Todernst
Partybombe | Sesselfurzer
Großmaul | Stilles Wasser
Hingekleckert | Perfektionismus
Hilfsbereitschaft | Verweigerung
Wahnsinn | Genie
Vollidiot | Smarter Junge
Freund | Feind

spielplatz der erinnerung

Irgendwann in den 80ern. Der Februar soll kalt gewesen sein, hab ich so gehört. Mutti meinte, es sei mal an der Zeit, die 9 Monate lang lieb gewonnene Heimat zu verlassen. So wurde ich in einem Krankenhaus im Bremer Süden auf die Welt losgelassen. Ich hörte noch den letzten Hall des Klatschens auf meinem Babypopo und schon war ich voll und ganz da. Ob meiner Mutter mit Freude gesagt wurde „Es ist ein Junge, Frau M.“ weiss ich nicht mehr. Dem damaligen Stand der Medizin nach zu urteilen denke ich jedoch nicht.

Man legte mir eine gut behütete Kindheit in einer Stadt mit dörflichem Flair in die Wiege. Das Reihenhausambiente in der Strasse war ein gelungener Ort der kindlichen Fantasien und Spielereien. Die Kindergartenzeit verlief unauffällig, da ich mich immer zu den Guten gesellte und meinen Spielkameraden nicht die Autos wegnahm oder ihnen Bauklötze in Richtung Schädel warf. Einziger Wehmutstropfen: ein paar Zähne mussten bei einer Spielerei unter Freunden dran glauben. Waren eh nur die Milchzähne. Zu lernen wie man eine Schleife in Schnürsenkel macht war super.

Der erste Schulranzen war natürlich ein himmelblauer Scout. Passend dazu die Schultüte in der gleichen Farbkombination. Wow! Steile Karriere in der Grundschule dank guter Noten und ordentlichem Benehmen. Die sollte sich auch in der Orientierungsstufe nicht ändern. Eigentlich ging es bis in die Oberstufe mit guten Leistungen weiter. Abgesehen von Mathe, welches auf Grund seiner scheinbaren Logik für mich völlig unlogisch wirkte.

Grundkurs „Darstellendes Spiel“. Aufwärmübungen in Balletschuhen und trotzdem die erste grosse Liebe gefunden. Die Rampensau wurde geboren. Ich war auf der Bühne zu Hause!

Ausgabe der Abiturzeugnisse. Die Erinnerungen sind eher vage. Zum Mittag gab’s auf jedenfall Spaghetti mit Hackfleischsoße. Lecker. Der Oberstufenkoordinator fragte, ob ich denn in die mündliche Nachprüfung wolle. Es hätten 10 Punkte mündlich in Biologie sein müssen. Ich lehnte dankend ab und ging mir ein neues Bier holen.

Studium oder Ausbildung? Lotterleben oder geregeltes Einkommen? Denkste. Vater Staat rief zum Dienst an der Waffe. Ich schickte Vater Staat ein Dankesschreiben, in dem ich höflich dankend den Dienst an der Waffe ablehnte. Trotzdem musste ich nach links gucken und husten und wurde dann für Zivildiensttauglich befunden. ISB-K. Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung am Kind. Fazit: 11 Monate vollgemachte Hosen, Kinderlieder im Morgenkreis, Fussball spielen, Kinder ermahnen oder auch loben, Nachmittagsdienst mit dem FSJler schieben und nur Unsinn verzapfen. Rundum gelungen.

Studium der Kulturwissenschaften sowie Anglistik/Amerikanistik an der Uni. Professor bei der Einführungsveranstaltung sagte, den Beruf Kulturwissenschaftler gibt es eingentlich nicht. Na denn.

Ansonsten… die Welt bereist, Menschen getroffen, Freundschaften geschlossen, Freunde verloren, Liebe gefunden, Liebe gegeben, Liebe verloren, Liebe neu entdeckt, Freund geworden, Ärger gemacht, auf vieles geschissen, trotzdem liebenswert geblieben... auch wenn es nicht immer einfach mit mir ist...
... und kein Ende in Sicht.